SONSTIGE THERAPIEN

Vitamin B-Komplexe
Patienten mit Borreliose können aus ungeklärten Gründen einen Vitamin B12-Mangel aufweisen, daher sollte bei längerem Krankheitsverlauf der Vitamin-B12-Spiegel bestimmt und falls notwendig substituiert werden. Gleiches gilt für Vitamin B1 und B6. Folgende Dosierungen jeweils mindestens 1 x pro Woche i.m. sind gängig:Vitamin B1: 100mg Vitamin B6: 100mgVitamin B12: 1000mg. Aufgrund der neurologischen Symptomatik empfehlen einige Praktiker generell die orale Gabe von hochdosierten Vitamin-B-Komplexpräparaten (z.B. Neurotrat forte, Neuro STADA), die in der Regel Vitamin B1 und Vitamin B6 zu jeweils 100mg enthalten.

Magnesium
Insbesondere die Beschwerden der Muskeln, wie zum Beispiel unkontroliierte, wandernde Muskelzuckungen können durch Magnesiumgaben in einer Reihe von Fällen gebessert werden. Es ist zu beachten, daß Magnesium während der Behandlung einer Borreliose mit Doxycyclin oder anderen Tetracyclinen immer zeitlich versetzt eingenommen werden muß, um die Resorption von Doxycyclin nicht zu vermindern.

Spirulina
Es gibt immer wieder Berichte, daß sich der Einsatz von Spirulina bei Borreliose hilfreich ist. Leider gibt es hier keinerlei gesicherte Erkenntnisse, ob und wenn ja wie Spirulina wirklich etwas bewirkt. Gleiches gilt für mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, daher muß der Einsatz von Spirulina bis zum Vorliegen weiterer Erkenntnisse eher kritisch bewertet werden, kann aber in Einzelfällen einen Versuch wert sein.

Homöopathie
Homöopathie kann durchaus eine sinnvolle Ergänzung in der Behandlung von Borreliosepatienten sein, allerdings nur, wenn ein erfahrener Homöpath die richtigen Mittel auswählt. Auch zur Stärkung des Immunsystems kann die Homöopathie eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin bilden. Besonders bewährt hat sich die Kombination zwischen Schulmedizin und Homöopathie.

Physiotherapie & Massagen
Vor allem durch die Muskel- und Gelenkbeschwerden sind viele Patienten deutlich in ihrer Beweglichkeit eiungeschränkt. Neben den körperlichen Beeinträchtigungen kommt gerade bei jüngeren Erkrankten die erhebliche psychische Belastung der mangelnden Leistungsfähigkeit - beruflich wie privat - dazu. Daher ist es besonders wichtig, Borreliosepatienten möglichst früh durch gezielte Unterstützung wieder physisch zu stabilisieren, um so neben der körperlichen Mobilisierung auch wieder das meist stark angekratzte Selbstvertrauen zu verbessern und so Teufelskreis der Erkrankung zu durchbrechen.

Leiden die Patienten zudem auch noch an muskulären Symptomen, dann sollten Massagen als unterstützende Therapie Einsatz finden.

Omega-3-Fettsäuren / Fischöle
Immer wieder findet man auf Internetseiten zum Thema Borreliose die Empfehlung, Fischöl zu sich zu nehmen. Der Leitgedanke ist hier - wie auch bei Diäten und Colestyramintherapie- eine Umstellung des Fettstoffwechsels. Der erfolgreiche Einsatz solcher Produkte ist, wie fast aller alternativen Therapiekonzepte, keineswegs nachgewiesen. Hier sollte der behandelnde Arzt entscheiden, ob, und wenn ja mit welchem Ansatz der Fettstoffwechsel des Patienten umgestellt werden sollte. Mit gezielten, wenig aufwendigen Diäten lassen sich hier ebenfalls gute Erfolge erzielen, es müssen nicht immer Medikamente sein.

Spezifische Diäten
Zur erfolgreichen Behandlung von Borreliosepatienten kann auch eine konsequente Diät ihren Beitrag leisten. Bedenkt man den von renomierten Wissenschaftlern postulierten Zusammenhang zwischen Fettausscheidung und Rückresorption von Neurotoxinen im enterohepatischen Kreislauf, müssen die positiven Erfahrungen mit zucker- und fettreduzierter Kost in diesem Kontext gesehen werden.