STADIENEINTEILUNG

Stadieneinteilung der Borreliose

Im allgemeinen unterscheidet man 3 Stadien der Borreliose, wobei die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Stadien zum Teil schwierig sind und von Autor zu Autor auch gewissen definitorischen Schwankungen unterliegen. Das Robert-Koch-Institut hat eine Einteilung veröffentlicht, die Sie auf der Seite "Stadieneinteilung nach RKI" finden:

Soweit der theoretische Teil der Stadieneinteilung. Die Praxis hat gezeigt, daß Stadium 2 und 3 nicht klar voneinander abzugrenzen sind und fließend ineinander übergehen können bzw. Symptome des sog. Stadiums 3, insbesondere Arthritiden, auch bereits in sehr frühen Phasen der Infektion vorkommen können, das Bannwarth-Syndrom jedoch bei gleichen Patienten erst Monate später aufgetreten ist.

Einig sind sich die unterschiedlichen Autoren bei der Einteilung keineswegs, lediglich bei der Zuordnung der ACA (Acrodermatitis chronica atrophicans) zum Stadium 3 stimmen die meisten Autoren überein.

Für die Praxis halte ich die Einteilung nach Symptomen bzw. Organmanifestationen für praktikabler und therapierelevanter. Für die therapeutischen Maßnahmen ist es wesentlicher, ob es sich um eine frische, akute Infektion handelt (Stadium 1), oder diese in einen chronischen Krankheitsverlauf übergegangen ist (Stadium 2&3). Auch wenn immer wieder einzelne Therapieschemata für bestimmte Stadien empfohlen werden, gibt es bisher kaum verläßliche Langzeitbeobachtungen hinsichtlich Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der verschiednen Therapieansätze im Vergleich. Zwar wurden für einzelne Antibiotika in vitro und in vivo deren Kurzzeitwirksamkeit dokumentiert und zum Teil deren Wirksamkeit auch untereinander verglichen, vor allem bei der Beurteilung von Rezidiven bzw. persistierenden Infektionen besteht jedoch akuter Handlungsbedarf. Hier wäre es wichtig, den Therapieerfolg nicht nur über einige Wochen, sondern langfristig darzustellen, um insbesondere Problematiken bei Zystenbildungen oder chronischen Verlaufsformen mit Serokonversionen weiter zu analysieren. Nur wenige Autoren haben hier erste Untersuchungen gestartet, die jedoch keineswegs befriedigend sind. Wichtig und therapieentscheidend ist, welche wesentlichen Organe beteiligt sind und vor allem ob es eine Beteiligung des Zentralen Nervensystems gibt. Danach, nach der restlichen klinischen Symptomatik und natürlich auch nach der Vorgeschichte (z.B. bei bereits vortherapierten Patienten) sollte über die geeignete Therapie entschieden werden. Diese muß individuell auf den Patienten und vor allem dessen Vorgeschichte und möglicherweise bereits erfolgten Behandlungsversuchen angepaßt werden.

Standardtherapieschemata sind leider häufig nicht erfolgreich. Es bedarf manchmal viel Geduld und Durchhatlevermögen, die richtige Medikation individuell für den Patienten zu finden.

Hinzu kommt die Problematik der Abgrenzung einer akuten Infektion und dem sogenannten Post-Lyme-Syndrom, an dessen Entstehen vermutlich auch und gerade die von Borrelien gebildeten Toxine beteiligt sind.