LTT-TEST

LTT = Lymphocytentransformationstest

Mit dem LTT = Lymphozytentransformationstest auf Borrelien steht seit wenigen Jahren ein Instrument zur Verfügung, das nicht die Antikörpertiter bzw. deren Vorhandensein bestimmt, sondern sich die Reaktion des Immunsystems auf Borrelien-Antigene zu Nutze macht, um diese oder ihre Bestandteile nachzuweisen. Die wenigen Labore, die diesen Test bisher anbieten, arbeiten in der Regel mit hochgereinigten Antigenen aus verschiedenen Borrelien-Strukturen.

Für das Testverfahren wird die Fraktion der T-Lymphozyten isoliert, die dann mit spezifischen Borrelien-Antigenen geimpft werden. Wenn die Zellen Rezeptoren für gewisse Borrelien-Antigene aufweisen, wirken die Antigene wachstumsfördernd. Bei der Vermehrung wird markiertes Thymidin in die DNA eingebaut, deren Aktivität nach einer definierten Zeit im Zell-Counter gemessen werden kann.

Es sei hier nochmals darauf hingewiesen, daß in der Regel hochgereinigte Borrelien-Antigene für den Test verwendet werden. Ob damit alle Borrelienstämme erfaßt werden, ist bisher nicht geklärt, die Ergebnisse können also unter Umständen falsch negativ ausfallen (weiteres zur Ergebnisinterpretation siehe „Mögliche Interpretation der Laborergebnisse“).

Noch ist ungeklärt, weshalb der Test, je nach Durchführungsmodalitäten, sehr unterschiedliche Einflüsse auf das Wachstum der Zellen hat, daher sollte man bei Verlaufskontrollen immer dasselbe Labor nutzen und vor allem auf die wenigen Labore zurückgreifen, die hier wirklich Erfahrung mit hohen Patientenzahlen gesammelt haben.

Dieser Test ist allerdings - wie alle Nachweisverfahren in der Borreliendiagnostik - nicht eindeutig und damit auch nicht unumstritten.