ZELLULÄRE IMMUNANTWORT


Zelluläre Immunantwort


Die erste Reaktion ist die Abwehr noch in der Haut durch Leukozyten und Monozyten, die Borrelien phagozytieren und lysieren können. Weiterhin konnten u.a. atopische Keratinozyten, Langerhans-Zellen und Melanozyten in der Haut erkrankter Patienten nachgewiesen werden (Lit.: 25). Es gibt Beispiele, in denen Borrelien bestimmte Rezeptoren (MHC-Rezeptoren) der Langerhans-Zellen in der Anfangsphase der Infektion während des Erythema migrans supprimieren konnten (Lit.: 2). Inwieweit diese Möglichkeit der Borrelien, Abwehrzellen frühzeitig zu supprimieren, möglicherweise mit an der Entstehung chronischer Verlaufsformen beteiligt ist, konnte noch nicht entgültig geklärt werden.

Trotz der ausgeprägten, frühzeitigen zellulären Immunantwort, verändern sich die Gesamtzahl der Lymphozyten und deren Aufsplittung in die gängigen Untertypen während akuter und chronischer Borreliose nicht (Ausnahme: natürliche Killerzellen Leu 11 (Lit.: 142; 57).

Es konnte nachgewiesen werden, daß die T-Zell-Stimulation von Strukturen der Bakterienoberfläche der Spriochätenform ausgeht (siehe Antignstrukturen der Borrelien). Als erstes lösen wohl die (unspezifischen) 41-kDa-Flagellenproteine die T-Zell-Reaktion aus (Lit. 52; 55 ) siehe Antigenstrukturen.

Noch gibt es wenige verläßliche Erklärungen für das Entstehen chronischer Verlaufsformen und die schwere Therapierbarkeit der chronischen Borreliose.