ZECKENENTFERNUNG

Zecken richtig entfernen kann das Infektionsrisiko verringern

Die Art der Zeckenentfernung beeinflußt, ob und wie viele Borrelien die Zecke noch an "ihr Opfer" weitergibt. Gerade alte „Hausmethoden“ wie das Ersticken mit Öl oder Klebstoff fördern diese Abgabe, da sich die Zecke im Todeskampf erbricht und dabei besonders viele Borrelien in die Blutbahn gelangen, und sind somit eindeutig fehl am Platz.

Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist meist die Menge Borrelien, die ins Blut gelangt, daher tut Eile not. Idealerweise läßt man die Zecke von einem Arzt entfernen, der mittels spezieller Hebeltechnik die Zecke entfernt.

Man kann aber auch selbst relativ risikolos die Zecke entfernen, dabei darf diese nicht gequetscht werden. Legen Sie sich daher vorsichtshalber eine feine medizinische Pinzette aus der Apotheke oder einem Zoo-Fachgeschäft zuhause hin, Zeckenentfernungssets kann man auch über den Borreliose-Bund Deutschland in Hamburg beziehen. Die Pinzette sollte aus Edelstahl und möglichst spitz sein, Plastikpinzetten sind meist zu stumpf und eher ungeeignet, da sie die Zecken zu sehr quetschen. Außerdem kann man die Edelstahlpinzette nach Gebrauch besser reinigen.

Da Zeckenbisse in Deutschland recht häufig sind, sollte man bei häufiger Exposition entsprechende Pinzetten auf Vorrat zuhause haben.
Eine hundertprozentige Garantie, daß keine Borrelien beim Entfernen der Zecke übertragen wurden, gibt es aber leider bei keinem Verfahren.

Es ist möglich, die entfernten Zecken auf Borrelien zu untersuchen, dazu müssen Sie in spezielle Labors geschickt werden, die die DNA der Borrelien in der Zecke nachweisen können (PCR-Test auf Borrelien in der Zecke). Dieser Test lohnt sich meist schon deswegen, weil bei Ausbleiben des Erythema migrans eine nicht zu unterschäzende Restunsicherheit bleibt, ob der Patient mit Borrelien infiziert sein könnte und gibt wertvolle Entscheidungshilfen im Hinblick auf eine notwedige Antibiose.